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Was ist Bioethanol?

Ethanol und Bioethanol – vom Genussmittel zum Brennstoff 
Was ist Ethanol?
Mit dieser Flüssigkeit ist wahrscheinlich jeder einmal in Berührung gekommen, sei es als Genussmittel mit guten oder weniger guten Erfahrungen, sei es als Reinigungs- oder Lösungsmittel oder als Kraft- oder Brennstoff. Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnen wir diese Flüssigkeit als Alkohol.
Gewonnen wird sie durch Fermentation, also alkoholischer Gärung von kohlehydrathaltigem Material in Zusammenarbeit mit Hefepilzen. Ab etwa 15% Ethanolanteil kann durch Gärung keine höhere Konzentration mehr erreicht werden. Mit der anschließenden Destillation wird ein Alkoholgehalt von bis zu 94,6% realisiert. Um eine Reinheit von bis zu 99,95% zu erzielen, wird der verbleibende Wasseranteil von ungefähr 5% mittels Dehydratisieren herausgelöst.
Für industrielle Zwecke wird synthetisches Ethanol durch eine chemische Synthese von Ethen, auch Ethylen genannt, mit Wasser hergestellt. Ethen ist eine gasförmige, farblose und brennbare organische Verbindung. Es wird mit Hilfe eines speziellen Verfahrens aus Rohbenzin hergestellt.Unterschied von Ethanol zu Bioethanol?
Im Vergleich mit industriell hergestelltem Alkohol wird Bioethanol, durch Gärung von Biomasse und anschließender Destillation, wie oben beschrieben, gewonnen. Für die Vergärung werden nur biologische Abfälle oder nachweisbar nachwachsende Pflanzen, wie zum Beispiel Kartoffeln, Zuckerrüben oder Getreide verwendet. Eine Spezialform ist Cellulose-Ethanol, das aus den pflanzlichen Abfällen von Holz und Stroh oder Ganzpflanzen hergestellt wird. Der Vorteil ist, dass diese Pflanzen keine Konkurrenz zur Lebensmittelindustrie darstellen. Landwirtschaftliche Brennereien erzeugen aus Agrarrohstoffen den Agraralkohol.
Chemisch gesehen, gibt es keinen Unterschied zwischen synthetisch hergestelltem Ethanol aus fossilen Kohlenstoffträgern und Bioethanol.Verwendung von Bioethanol
Es wird als Brennstoff für speziell konstruierte Kamine verwendet. Es verbrennt geruchslos und rückstandsfrei ohne Rauch- und Rußbildung. Was bleibt ist Kohlendioxid und Wasserdampf, ähnlich wie die ausgeatmete Luft eines Menschen.
Ethanol-Kraftstoffe finden als Benzinersatz bzw. –zusatz für Otto-Motoren ihre Verwendung. E10 ist ein Treibstoff, bei dem Benzin zehn Prozent Bioethanol beigemischt ist. Ethanol-Sprit E85 beinhaltet nur mehr 15% herkömmlichen Benzin und ist für sogenannte „Flexibel Fuel Vehicles“, das sind Fahrzeuge, die sich an den jeweiligen Kraftstoff anpassen, geeignet. Diese Kraftstoffe sollen CO2-Emissionen und den Verbrauch fossiler Energie verringern.Alkohol, Spiritus oder Weingeist als Genussmittel unterliegen der Branntweinsteuer. Um dieser Steuer zu entgehen werden sie für die Verwendung als Brennstoff vergällt. Dabei werden dem Alkohol Chemikalien, sogenannte Vergällungsmitteln, zugesetzt um ihn als Nahrungsmittel unbrauchbar zu machen. Diese Mittel haben meist ähnliche Siedepunkte wie Ethanol und sind durch Destillieren nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand wieder zu trennen. Bei Ethanol-Kraftstoffen fungiert das Benzin als Vergällungsmittel.


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